Bachs Weihnachtsoratorium in der Mönchskirche

27.11.2022 ab 16:00 Uhr

Seit 2002: im Rahmen der Bach-Kantaten zum Mitsingen der Neuen Bachgesellschaft Leipzig

Traditionsgemäß wird auch in diesem Jahr am 1. Adventssonntag, dem 27. November 2022, das „Weihnachtsoratorium“ BWV 248 von Johann Sebastian Bach durch die Kantorei Salzwedel aufgeführt. Das Konzert in der Salzwedeler Mönchskirche beginnt um 16:00 Uhr.

Namhafte Solisten werden mitwirken: Juliane Schubert – (Berlin), Susanne Krumbiegel – Alt (Leipzig), Peter Potzelt – Tenor (Hof/Bayern) und Gotthold Schwarz – Bass (Leipzig). Außerdem werden in bewährter Weise Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin musizieren (30 Jahre künstlerische Zusammenarbeit mit Matthias Böhlert und der Salzwedeler Kantorei). Die Gesamtleitung wird in den Händen von Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert liegen.

Das „Magnificat“ ist eines der am frühesten geschaffenen Vokalwerke von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788). Im Juni 1749, also noch zu Lebzeiten Johann Sebastian Bachs, hatte sich der Rat der Stadt Leipzig mit der Frage eines möglichen Nachfolgers für den schwer erkrankten Thomaskantor beschäftigt und Johann Gottlob Harrer, Kapellmeister des Grafen von Brühl aus Dresden, mit der Komposition einer „Probe-Music“ beauftragt. Bach legte seinen beiden hochtalentierten Söhnen Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel nahe, sich gleichfalls um seine Nachfolge zu bemühen. Während Carl Philipp Emanuel das „Magnificat“ vertonte, schrieb Wilhelm Friedemann eine Adventskantate. Doch keiner der beiden Söhne hatte Erfolg, schließlich erhielt Harrer den Posten des Thomaskantors.

Carl Philipp Emanuels Komposition repräsentiert einen modernen Stil, der den direkten Vergleich mit dem Stil des Vaters höchstens in der großen abschließenden Doppelfuge sucht („Sicut erat in principio“), deren erstes Thema im Übrigen stark an das „Kyrie eleison“ in Mozarts Requiem erinnert[1]. In seiner Hamburger Zeit veränderte Bach die Instrumentierung und fügte Trompeten und Pauken in den Ecksätzen sowie im „Fecit potentiam“ hinzu. In dieser Fassung stellte er das Werk 1779 in einem Konzert sogar neben das Credo aus der h-Moll-Messe des Vaters.

Das „Weihnachtsoratorium“ gehört zu Johann Sebastian Bachs beliebtesten Chorwerken. Es genießt eine besondere Wertschätzung und hohen Bekanntheitsgrad. Der Meister bestimmte die sechs Teile des Werkes für den Weihnachtsfestkreis und führte sie 1734/35 erstmals in Leipzig auf. Die textliche Grundlage bildet der biblische Bericht der Evangelisten Lukas und Matthäus im jeweils 2. Kapitel der Evangelien.

Der erste Teil „Am 1. Weihnachtsfeiertag“ wird durch den jubelnden Eingangschor „Jauchzet, frohlocket...“ von den Sängern und dem Orchester mit drei Trompeten und Pauken festlich eröffnet. Die hieran anschließenden Sätze bringen den Übergang von der noch erwartungsvollen Adventszeit bis zur lichten Weihnachtsfreude zum Ausdruck.

Der dritte Teil beschließt die eigentliche Geschichte der Weihnachtsnacht mit der Anbetung durch die Hirten im Stall zu Bethlehem. Der festliche Eingangschor mit voller instrumentaler Besetzung preist den „Herrscher des Himmels“, wobei nur indirekt auf das Weihnachtsgeschehen Bezug genommen wird. Nach dem Verschwinden der Engel (Nr. 25) machen sich die Hirten auf den Weg nach Bethlehem, indem sie sich gegenseitig auffordern: „Lasset uns nun gehen“. Die fast ununterbrochenen Achtelläufe im Continuo und die Sechzehntelketten der begleitenden Instrumentalstimmen veranschaulichen plastisch die Bewegung der Hirten, die zunächst gegenläufig ist, dann aber zu einer gemeinsamen Richtung findet. Im Rezitativ(Nr. 27 „Er hat sein Volk getröst'“) wird die Erlösung des Gottesvolkes als der heilsgeschichtliche Zweck der Geburt Christi ausgewiesen, was durch den Einsatz der Flöten, die für den himmlischen Bereich stehen, unterstrichen wird. Im folgenden Choral wird dem Zuhörer die Antwort auf das Geschenk der Liebe Gottes in den Mund gelegt: „Dies hat er alles uns getan“.

In dem Duett „Herr, dein Mitleid“ (Nr. 29), das Bach gegenüber der Vorlage eingreifend umgearbeitet hat, preisen die Hirten unter Oboenbegleitung Gottes barmherzige Hinwendung zum Menschen. Im Mittelteil dieser Arie (Takt 120–126) wird Gottes Herablassung zu Weihnachten dadurch veranschaulicht, dass die charakteristischen Tonrepetitionen im Continuo über zwei Oktaven hinabsteigen. Nachdem sich die Vorhersage des Engels bestätigt, verbreiten die Hirten die frohe Nachricht weiter (Nr. 30). In einem zweiten Wiegenlied (vgl. Nr. 19) versucht Maria, alles Gehörte meditativ zu verinnerlichen (Nr. 31 „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder fest in deinen Glauben ein“), um danach zu bekennen: „Ja, ja, mein Herz soll es bewahren“ (Nr. 32). Der kraftvolle Choral „Ich will dich mit Fleiß bewahren“ greift diesen Gedanken auf und zielt auf existentiale Aneignung des Gehörten. Der Evangelist berichtet von der fröhlichen Rückkehr der Hirten (Nr. 34). Darauf folgt der sich steigernde, aufwärtsstrebende Choral „Seid froh dieweil“ als Aufruf an alle Christen. Die „erste Hälfte“ des Weihnachtsoratoriums schließt mit der Wiederholung des Eingangschors „Herrscher des Himmels“. Auch durch die Rahmung der Tonart D-Dur im ersten und dritten Teil gewinnen die Teile I–III besondere Geschlossenheit.

Eintrittskarten zu 26,00 €, ermäßigt zu 24,00 €, sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich:

- Salzwedel-Information, Neuperverstr. 29, Tel: 03901-422438
- Buchhandlung Leseland, An der Mönchskirche 1-3, Tel: 03901-302235
- Alte Jeetzel-Buchhandlung, Lange Str. 47, Lüchow, Tel: 05841-5756
und an der Tageskasse in der Mönchskirche ab 15:00 Uhr

Veranstaltungsort(e)
Mönchskirche
29410 Hansestadt Salzwedel OT Salzwedel
An der Mönchskirche
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